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Naturstein und FeinsteinzeugFliesen richtig verlegen

Das richtige Format wählen

Neben den Fliesen selbst – Natursteinfliesen aus Travertin, Kalkstein oder Marmor, oder Feinsteinzeugfliesen in Beton- oder Holzoptik – lässt sich die Wirkung der Fliesen durch die Auswahl der Fliesenformate und der Fugenbreite ganz gezielt beeinflussen: Natursteinfliesen (z.B. 40 x 60 cm oder 60 x 60 cm) schaffen Weite und Offenheit. Verfügen die Fliesen über gesägte Kanten, ermöglicht dies eine fast fugenlose Verlegung. Dadurch wird der Blick auf den Stein selbst gelenkt und Zeichnungen oder Marmorierungen kommen bestens zur Geltung. Die Gesamtfläche wirkt in sich geschlossen und unterstreicht das Gesamtbild. In großen, offenen Wohnbereichen unterstützen große Fliesen die räumliche Wirkung ideal: Sie lassen optische Weite im Raum entstehen und verleihen dem Ambiente einen repräsentativen und hochwertigen Look.


Modern, naturnah oder antik?Fugenbreite und Oberfläche

Wer seinen Boden stärker strukturieren möchte, spielt mit der Fugenbreite und Fugenfarbe. Die Fuge umrahmt jede Natursteinfliese und beeinflusst damit das Gesamtbild. Zum Beispiel lassen sich besondere Farbadern im Steinboden durch die Wahl einer passenden Fugenfarbe dezent betonen. Die Fugenfarbe nimmt hier den Farbschleier des Natursteins auf und setzt zusätzliche Akzente. Generell gilt: Ist die Fuge farblich nah am Naturstein – Stichwort Harmonie – rückt sie in den Hintergrund und die Gesamtfläche steht im Fokus. Wird die Fuge dagegen bewusst als Kontrast gewählt – hell gegen dunkel – steht die einzelne Fliese im Vordergrund. So kann zum Beispiel ein besonderes Verlegemuster optisch unterstrichen werden.

Große Räume lassen eine größere Bandbreite von Formaten und Oberflächen zu. Hier müssen Sie sich entscheiden, welchen Raumeindruck Sie erzeugen möchten. Bodenfliesen mit geschliffenen Oberflächen und gerade gesägten Kanten wirken ultramodern und clean, vor allem, wenn Sie in großen Formaten und in Bahnen verlegt werden. Mit gebürsteten Oberflächen wirken die Bodenfliesen naturnaher und ländlicher, hier kann zusätzlich mit einem interessanten Verlegemuster gespielt werden. Bodenfliesen mit getrommelten Oberflächen und gebrochenen Kanten sind maximal rustikal – für ein mediterranes Ambiente wie in Südeuropa.

Kante zeigen!

Fliesen mit getrommelten und dadurch gerundeten Kanten erhalten durch eine breite Fuge eine rustikalere Anmutung. Die Fuge gleicht unregelmäßige Kanten und Abstände harmonisch aus und sorgt so für einen angesagten Antik-Schick, der wie natürlich gewachsen wirkt. Die schönen, handwerklich gealterten Oberflächen und Kanten verbreiten ein mediterranes Ambiente. Auch hier kann mit harmonischen oder kontrastreichen Fugenfarben zusätzlich gespielt werden. Den Effekten sind keine Grenzen gesetzt ...


Die Durchmischung macht‘sFliesen sortieren

Bodenbeläge aus Naturstein sind zeitlos schön und setzen sowohl im Haus als auch als Natursteinplatten auf der Terrasse ganz besondere Akzente. Wie kein anderer Baustoff verfügt Naturstein über eine hohe gestalterische Kraft, die in den vielen unterschiedlichen Farben und Strukturen begründet ist. Je nach Steinsorte, Oberflächenbehandlung, Verlegemuster und Format können unterschiedlichste Wirkungen erzeugt werden – von schlicht bis luxuriös, von nordisch streng bis mediterran behaglich.

Abweichung als Standard!

Natursteinfliesen und Natursteinplatten sind immer Naturprodukte, das heißt Farbnuancen sowie unterschiedliche Ausprägungen von Schichtungen, Äderungen sowie Marmorierungen sind dem Naturstein eigen und bestimmen seinen Charakter. Diese gesteinstypischen Abweichungen sind also Standard bei Natursteinen und unterscheiden sie von industriellen Fliesen, wo eine Fliese der anderen genau gleicht. Um auf der Bodenfläche eine harmonische Optik zu erzielen, ist es sinnvoll die Platten vorher zu sichten und gegebenenfalls zu sortieren. Die gezielte Durchmischung der Farbnuancen bei Natursteinen eröffnet Ihnen gestalterisch reizvolle Möglichkeiten.

Probe verlegen

Damit ein ausgewogenes Gesamtbild Ihrer Bodenfliesen entsteht, öffnen Sie bitte alle Paletten und Pakete und mischen Sie die Fliesen oder Platten vor dem Verlegen gut durch. Sie sind sich unsicher über die Wirkung des Gesamtbildes? Dann legen Sie doch ein paar Stücke zur Probe aus. Arrangieren Sie die Bodenfliesen- oder Bodenplatten so, dass sich ein harmonischer Gesamteindruck ergibt – schnell werden Sie feststellen, dass sich durch geschicktes Mischen wie von selbst eine lebhafte Musterung einstellt. Vertrauen Sie einfach Ihrem Gespür und Ihrem ästhetischen Empfinden. Natürlich können Sie auch einen bewussten Farbverlauf inszenieren, um zum Beispiel eine hellere Grundfläche aus einer dunkleren Raumecke herauszuführen. Für einen solchen optischen Aufhelleffekt sortieren Sie die Fliesen streng nach Farbentönen – von hell zu dunkel – und verlegen Sie diese dann entsprechend der Farbabstufung.


Schritt für Schritt AnleitungFliesen Verlegen

Sie haben zwei linke Hände? Dann nutzen Sie diese bitte, um einen Handwerker anzurufen, der Ihnen Ihre Natursteinfliesen fachgerecht verlegt. Sie dürfen ruhig schmunzeln, aber DIY macht natürlich nur Sinn, wenn das Ergebnis auch Ihren Erwartungen entspricht. Sind Sie dagegen ein echter Heimwerker, besorgen Sie sich im gut sortierten Baumarkt bitte die folgenden Materialien und Werkzeuge: Materialien (bitte darauf achten, dass es speziell für Natursteinfliesen geeignet ist): Haft-/Tiefgrund, Spachtelmasse, Fliesenkleber, Fugenmörtel, Grundreiniger, Imprägnierung, Fliesenkreuze und eine Silikondichtmasse Werkzeuge: Fliesen-/Nass-Schneider, Steinbohrer (falls Löcher benötigt werden), Fliesenhammer, Richtschnur/Richtwinkel, Zahnspachtel, Gummischieber, Schwammbrett, Fugenglätter Was Sie noch benötigen, aber vielleicht bereits im Hobbykeller haben: Bleistift, Zollstock, Wasserwaage, Knieschoner, Gummihandschuhe, Kunststoffeimer ...

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Vor Beginn der Verlegearbeiten muss der Untergrund vorbereitet werden. Stark saugende Untergründe sollten mit einem Tiefgrund grundiert werden, alte Anstriche werden mit einem speziellen Haftgrund behandelt. Einen unebenen Estrich sollten Sie unbedingt gleichmäßig ausspachteln – je gerader der Untergrund, desto einfacher wird das Verlegen.

Schritt 2: Fliesen vorsortieren und durchmischen

Fliesen aus Naturstein sind werksseitig vorsortiert, aber selbst innerhalb eines Blocks oder einer Charge, sind – wie für ein Naturprodukt typisch – Farbschwankungen möglich. Um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen, sollten die Fliesen also gut durchmischt werden, um einen „Flickenteppich“ zu vermeiden. Bei der Sortierung sollten Sie sowohl die Farben als auch das natürliche Farbspiel zwischen hell und dunkel beachten.

Schritt 3: Verklebung im Buttering-Floating-Verfahren

Durch das Aufzeichnen von Orientierungslinien im Klebebett, am Besten parallel zur längsten Wand, erleichtern Sie sich die ersten Bahnen. Eine Richtschnur hilft Ihnen dabei. Bei der Wahl der Fugenbreite gilt: Fliesen mit geraden gesägten Kanten: mindestens 3 mm Fliesen mit getrommelten Kanten: mindestens 5 mm. Achten Sie bitte darauf, dass Sie bei der Verlegung von weißen Marmorfliesen einen entsprechenden weißen Flexkleber nehmen, da der „normale“ graue Fliesenkleber bei weißem Marmor durchscheinen könnte.

Die Verklebung sollte im Buttering-Floating-Verfahren erfolgen: Der Kleber wird mit dem Zahnspachtel auf dem Boden in die eine Richtung, und auf der Rückseite der Fliese in die andere Richtung aufgekämmt. Diese Methode hat den Vorteil, dass durch den beidseitigen Auftrag des Klebers weniger Hohlräume unterhalb des Belages entstehen und sich die Kleberillen gut verzahnen. Da Fliesenkleber eine recht kurze Austrocknungszeit hat, sollte er immer nur auf die Fläche aufgetragen werden, die ca. innerhalb von 15 Minuten ausgelegt werden kann. Die Fliesen werden mit einem konstanten und gleichmäßigen Druck ins Klebebett eingeschoben und vorsichtig mit dem Fliesenhammer ausgerichtet.
Achtung bitte: Der Kleber darf nicht aus den Fugen herausquellen. Gearbeitet wird immer aus dem Raum heraus ... Zwischendurch werden die Arbeitsgeräte im Wassereimer gereinigt, um Klebeflecken auf den Fliesen zu vermeiden.

Schritt 4: Pause: die verlegten Fliesen härten aus

Schritt 5: Ausschlämmen mit Fugenmörtel

Mit frischem Schwung geht es nun ans Ausschlämmen der Fugen. Im Vorwege haben Sie bereits geklärt, welche Fugenfarbe am Besten zu Ihren Fliesen passt. Die Fugenmasse wird auf den Boden gegossen und mit dem Gummischieber gleichmäßig auf der Oberfläche verteilt. Mit dem Schwammbrett werden die Fugen dann geglättet und die überschüssige Fugenmasse wird ausgewaschen. Vor der endgültigen Grundreinigung sollte die Fugenoberfläche einige Stunden antrocknen. Lesen Sie hier wie Sie offenporigen getrommelten Travertin richtig verfugen und die Löcher spachteln.

Die äußeren Fugen zur Wand sowie die Übergänge zu anderen Räumen werden nicht mit Mörtel, sondern mit Silikon verfugt. Mit einem Fugenglätter wird überschüssiges Silikon abgezogen, so dass eine plane Fuge entsteht.

Schritt 6: Grundreinigung

Der graue matte Schleier über den Fliesen wird mit einem speziellen Grundreiniger entfernt. Der Grundreiniger muss säurefrei sein, so wie unser Grundreiniger R155. Er löst und entfernt durch die Kombination von speziellen Reinigungskomponenten und aktiven Hilfsstoffen schnell und effektiv den Bauschmutz und eventuelle Schleier.

Schritt 7: Imprägnierung

Durch eine Imprägnierung machen Sie Ihren Boden widerstandsfähiger. Die Imprägnierung dringt ins Kapillarsystem des Steins ein und verschließt die Kapillaren. So kann kein Schmutz mehr eindringen. Eine gute Imprägnierung schützt Ihre Natursteinfliesen also vor Fleckenbildung, Verunreinigungen lassen sich besser beseitigen. Der Steinlese Imprägnierung S232 ist lösungsmittelfrei und für alle Natursteinböden geeignet.

Schritt 8: Pflege

Die regelmäßige Pflege eines gut imprägnierten Fliesenbodens ist recht einfach. Glatte, bzw. geschliffene oder polierte Oberflächen reinigen Sie am Besten mit klarem Wasser. Raue Oberflächen wie z.B. getrommelter Travertin können mit einer weichen Bürste gesäubert werden. Gröbere Verschmutzungen entfernen Sie je nach Grad der Verunreinigung mit einem säurefreien Grundreiniger oder speziellen Mitteln gegen Öle und Fette. Sie sollten Ihren Natursteinboden einmal in der Woche feucht wischen. Für die regelmäßige Bodenpflege geben Sie dem Wischwasser ein spezielles Pflegemittel zu, zum Beispiel unsere Wischpflege P324: Spezielle Wirkstoffe frischen das Aussehen und die Strukturen Ihrer Natursteinflächen so immer wieder auf.

Bitte beachten Sie!

Wir übernehmen für diese Anleitung keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Gerne vermitteln wir Ihnen qualifizierte Fliesenleger bei uns in der Nähe.